Der Begriff „Weltraumwetter“ beschreibt die veränderlichen Bedingungen im erdnahen Weltraum, die technische Systeme im Weltraum und auf der Erde beeinträchtigen können. Die Hauptursache von Störungen unseres Weltraumwetters sind energetische Ausbrüche von der Sonne. Das Observatorium Kanzelhöhe für Sonnen- und Umweltforschung der Universität Graz führt regelmäßige, hochqualitative Beobachtungen der Sonne durch.

Mittels automatisierter Bilderkennungsmethoden werden Strahlungsausbrüchen in Echtzeit in den Beobachtungsdaten detektiert und Warnmeldungen ausgesandt. Das Observatorium Kanzelhöhe ist die österreichische Vertretung im internationalen ISES Weltraumwetter-Netzwerk und die europäische Kernstation zur Sonnenbeobachtung im Rahmen des SSA Weltraumwetter-Programms der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

News

  • Geringe Sonnenaktivität

71 Tage Beobachtung ohne Fehltage

update am 18. August 2017

Seit 8. Juni 2017 hat am Observatorium Kanzelhöhe jeden Tag die Sonne so lange gescheint, dass es möglich war eine Sonnenflecken-Zeichnung anzufertigen. Seit 28. April gab es überhaupt nur einen einzigen beobachtungsfreien Tag, den 7. Juni, d.h. in 123 Tagen nur einen Ausfall. Das hat es in der fast 75 Jährigen Beobachtuingsgeschichte des Observatoriums noch nie gegeben. Vom 28.Juni 1971 bis zum 30. August 1971 gab es 64 Tage, das war der alte Rekord.
Auch gab es bis zum 18. August noch nie 212 Beobachtungstage (das sind 92%), der alte Rekord stammt aus dem Jahr 1949 mit 208 Tagen.

​Ein Vorteil war natürlich die geringe Sonnenaktivität, die das Anfertigen einer Zeichnung recht schnell erledigen lässt, aber es waren auch die Monate Mai, Juni und Juli, die 754 anstatt der üblichen 637 Sonnenstunden aufwiesen.

​Das Bild zeigt eine Animation der letzten 72 Tage der Chromosphäre der Sonne, dort sind bei so geringer Sonnenaktivität im Gegensatz zur Photospäre wenigstens noch einige Strukturen sichtbar.

Animation der letzten 72 Tage in H-alpha

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