Der Begriff „Weltraumwetter“ beschreibt die veränderlichen Bedingungen im erdnahen Weltraum, die technische Systeme im Weltraum und auf der Erde beeinträchtigen können. Die Hauptursache von Störungen unseres Weltraumwetters sind energetische Ausbrüche von der Sonne. Das Observatorium Kanzelhöhe für Sonnen- und Umweltforschung der Universität Graz führt regelmäßige, hochqualitative Beobachtungen der Sonne durch.

Mittels automatisierter Bilderkennungsmethoden werden Strahlungsausbrüchen in Echtzeit in den Beobachtungsdaten detektiert und Warnmeldungen ausgesandt. Das Observatorium Kanzelhöhe ist die österreichische Vertretung im internationalen ISES Weltraumwetter-Netzwerk und die europäische Kernstation zur Sonnenbeobachtung im Rahmen des SSA Weltraumwetter-Programms der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

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  • Geringe Sonnenaktivität

Sonnenrotation

Sonnenflecken, besonders Große wie jene in der letzten Woche (siehe Animation), zeigen augenfällig durch ihre Bewegung über die Sonnenscheibe, dass die Sonne rotiert, und zwar im gleichen Sinn wie die Planeten um die Sonne laufen: von Norden gesehen gegen den Uhrzeigersinn. Von der Erde aus beobachtet man eine mittlere synodische Rotationsdauer von 27,2 Tagen. Sie ist wegen der gleich gerichteten Bewegung der Erde um die Sonne länger als die wirkliche (siderische Rotationsdauer = 25,4 d).

Die Sonne rotiert jedoch nicht wie ein starrer Körper, sondern zeigt eine differentielle Rotation, d.h. die Winkelgeschwindigkeit variiert mit der heliographischen Breite. Am Sonnenäquator ist sie am schnellsten und nimmt zu den Polen hin ab. D.h. die Rotationsdauer variiert zwischen ~25 Tagen am Äquator und ~34 Tagen an den Polen.

Die Rotationsdauer kann einerseits mittels langlebiger Sonnenflecken bestimmt werden (siehe Animationen) und andererseits mittels der Dopplerverschiebung in den Spektrallinien. Von Sonnen-Ost bis Sonnen-Mitte sind die Spektrallinien ins Blaue (kurzwellige) verschoben, da sich die Lichtquelle zur Erde hin bewegt, und von Sonnen-Mitte bis Sonnen-West sind die Linien ins Rote (langwellige) verschoben, also die Lichtquelle bewegt sich von der Erde weg (Vergleich: Vorbeifahrendes Fahrzeug:  http://www.jgiesen.de/astro/stars/DopplerEffekt/wavs/doppler.wav ).

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