Der Begriff „Weltraumwetter“ beschreibt die veränderlichen Bedingungen im erdnahen Weltraum, die technische Systeme im Weltraum und auf der Erde beeinträchtigen können. Die Hauptursache von Störungen unseres Weltraumwetters sind energetische Ausbrüche von der Sonne. Das Observatorium Kanzelhöhe für Sonnen- und Umweltforschung der Universität Graz führt regelmäßige, hochqualitative Beobachtungen der Sonne durch.

Mittels automatisierter Bilderkennungsmethoden werden Strahlungsausbrüchen in Echtzeit in den Beobachtungsdaten detektiert und Warnmeldungen ausgesandt. Das Observatorium Kanzelhöhe ist die österreichische Vertretung im internationalen ISES Weltraumwetter-Netzwerk und die europäische Kernstation zur Sonnenbeobachtung im Rahmen des SSA Weltraumwetter-Programms der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

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  • Geringe Sonnenaktivität

Nordlicht über Österreich

Stärkste Störung im Erdmagnetfeld seit fast 10 Jahren im Gange

Pünktlich zum St. Patricks Day färbten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (17.-18. März) Nordlichter den Himmel grün in weiten Teilen Nordeuropas (Island, Skandinavien, Irland) und den nördlichen US- Bundesstaaten und Kanada, sowie in Australien. Sogar in Österreich wurden Nordlichter beobachtet, was äußerst selten ist. Dieser Sturm im Erdmagnetfeld scheint der stärkste zu sein seit Mai 2005, und ist damit die Nummer 1 im jetzigen Sonnenzyklus. Er hatte eine maximale Intensität, die etwa doppelt so hoch war wie der bisher stärkste Sturm in diesem Zyklus. Christian Möstl, Projektleiter von FWF und EU Projekten zur Erforschung von Sonnenstürmen an der Universität Graz und am Institut für Weltraumforschung der ÖAW sieht als Auslöser dieser Himmelserscheinungen 2 Sonnenstürme, die am 15. März auf der Sonne ausbrachen und zuerst als eher schwach eingestuft wurden, und scheinbar nicht direkt auf die Erde gerichtet waren. Echtzeit-Daten von erdnahen Raumsonden zeigen jedoch, dass die Erde direkt getroffen worden ist, was die hohe Intensität des Sturms erklärt. Auch hat Möstl als Co-Autor in einer Publikation in Nature Communications im Jahr 2014 gezeigt, dass scheinbar schwache Sonnenstürme sich durch Wechselwirkung sehr stark aufschaukeln können, was auch hier der Fall gewesen sein dürfte.
Die Intensität des Sturms hat bereits abgenommen, sodass in der kommenden Nacht von Mittwoch bis Donnerstag wahrscheinlich keine Nordlichter in Österreich zu sehen sein werden.

Auf Spaceweather Aurora Gallery können aktuelle Nordlichtbilder aus der ganzen Welt betrachtet werden, wie z.B. das Nordlichtbild von Herfried Eisler, das er vom Schöckl fotografiert hat.

SDO/NASA Bild vom Flare, das wahrscheinlich einer der Auslöser für den Sonnensturm war.
Copyright Herfried Eisler: Bild vom Schöckl bei Graz aufgenommen (entnommen aus Spaceweather.com realtime Aurora Gallery)

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