Der Begriff „Weltraumwetter“ beschreibt die veränderlichen Bedingungen im erdnahen Weltraum, die technische Systeme im Weltraum und auf der Erde beeinträchtigen können. Die Hauptursache von Störungen unseres Weltraumwetters sind energetische Ausbrüche von der Sonne. Das Observatorium Kanzelhöhe für Sonnen- und Umweltforschung der Universität Graz führt regelmäßige, hochqualitative Beobachtungen der Sonne durch.

Mittels automatisierter Bilderkennungsmethoden werden Strahlungsausbrüchen in Echtzeit in den Beobachtungsdaten detektiert und Warnmeldungen ausgesandt. Das Observatorium Kanzelhöhe ist die österreichische Vertretung im internationalen ISES Weltraumwetter-Netzwerk und die europäische Kernstation zur Sonnenbeobachtung im Rahmen des SSA Weltraumwetter-Programms der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

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  • Geringe Sonnenaktivität

Das Jahr 2013

Das Jahr 2013 war sehr stark von den ungewöhnlichen Wetterbedingungen dominiert, diese verhinderten eine gute durchgehende Sonnenbeobachtung.

Es gab am Observatorium nur ca. 2050 Sonnenstunden, was deutlich unter dem langjährigem Schnitt von ca. 2350 Stunden liegt. Es waren nur die Sommermonate von Juni bis August und der Dezember gute Beobachtungsmonate. Leider war gerade in diesen Monaten die Sonne nicht sehr aktiv.

Eine Folge davon war die geringe Zeit von 1150 Stunden H-alpha Beobachtungen, im Vergleich dazu im Vorjahr ca. 1450 Stunden. Auch Fleckenzeichungen konnten nur ca. 270 angefertigt werden, was ca. 10% unter dem Schnitt der letzten Jahre liegt.

Glück im Unglück: es war nicht viel los auf der Sonne, das Maximum verlief ungewöhnlich ruhig, gerade ein 3B-Flare gab es am 11. April und dieses konnte sogar am Observatorium beobachtet werden (siehe Bild). Es gab wohl einige Imp. 2 Flares, aber für ein Maximum war das sehr weing.

Auch die Relativzahl lag im Schnitt bei ca. 70, was wohl der Wert dieses Maximums sein wird. Da das letzte Maximum schon vor 12 Jahren stattfand, darf man davon ausgehen, dass wir uns dem Ende des Maximums nähern (siehe Grafik). Dieses Maximum hält also das was uns schon das letzte Minimum versprochen hat: die gesamte Aktivität der Sonne scheint auf einem sehr niedrigen Level zu liegen, es gibt hier wohl über dem 11-Jährigem Zyklus noch einen übergeordneten längeren Zyklus.
 

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